Livecenter ⚽️ WM Katar 2022

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Japan

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Costa Rica


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Marokko


Kroatien

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Kanada



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Spanien vs. Deutschland

Wer braucht was? Rechenspiele der WM-Gruppe

Spanien wäre bei einem Sieg weiter, wenn Costa Rica nicht gegen Japan gewinnt. Japan wäre bei einem Sieg weiter, wenn Deutschland nicht gegen Spanien gewinnt. Deutschland hätte bei einer Niederlage keine Chance mehr auf ein Weiterkommen, wenn Costa Rica nicht gegen Japan gewinnt. Costa Rica hätte bei einer Niederlage keine Chance mehr auf ein Weiterkommen, wenn Deutschland nicht gegen Spanien gewinnt.


11/25

Kroatien vs. Kanada

Wer braucht was? Rechenspiele der WM-Gruppe F

Belgien wäre bei einem Sieg im Achtelfinale. Kanada wäre bei einer Niederlage ausgeschieden. Für Marokko und Kroatien ist am 2. Spieltag weder ein vorzeitiges Weiterkommen noch ein frühes Aus möglich.


11/25

Belgien vs. Marokko

Wer braucht was? Rechenspiele der WM-Gruppe F

Belgien wäre bei einem Sieg im Achtelfinale. Kanada wäre bei einer Niederlage ausgeschieden. Für Marokko und Kroatien ist am 2. Spieltag weder ein vorzeitiges Weiterkommen noch ein frühes Aus möglich.


11/25

Japan vs. Costa Rica

Wer braucht was? Rechenspiele der WM-Gruppe E

Spanien wäre bei einem Sieg weiter, wenn Costa Rica nicht gegen Japan gewinnt. Japan wäre bei einem Sieg weiter, wenn Deutschland nicht gegen Spanien gewinnt. Deutschland hätte bei einer Niederlage keine Chance mehr auf ein Weiterkommen, wenn Costa Rica nicht gegen Japan gewinnt. Costa Rica hätte bei einer Niederlage keine Chance mehr auf ein Weiterkommen, wenn Deutschland nicht gegen Spanien gewinnt.


11/25

Belgien vs. Marokko
Trotz Belgiens WM-Auftaktsieg gegen Kanada brodelt es in Kevin De Bruyne. Der Mittelfeldstar von Manchester City ist nicht zufrieden. Weder mit sich, noch mit den Red Devils. "Als Mannschaft müssen wir mutiger sein, auch am Ball. Ich habe mich dem Niveau der gesamten Mannschaft angepasst und das hat nicht gereicht. Ich erwarte viel mehr", sagte der 31 Jahre alte Weltklassespieler am Freitag im belgischen Trainingsquartier.Abu Samra. Belgien war am Mittwoch mit einem glücklichen 1:0 gegen Außenseiter Kanada ins Turnier in Katar gestartet. Nächster Gegner ist am Sonntag Marokko. Der frühere Bundesligaspieler De Bruyne hatte schon am Mittwoch für Aufsehen gesorgt, als auch ihn die für viele überraschende Wahl zum Spieler des Spiels irritiert hatte. "Es wundert mich, dass ich hier sitze. Ich habe schlecht gespielt", hatte De Bruyne gesagt. In Belgien sorgten zudem sein Gestikulieren und frustriertes Auftreten schon während des Spiels für kontroverse Diskussionen. "Ich weiß, dass meine Reaktionen nicht immer gut sind. Ich muss daran arbeiten", räumte De Bruyne nun ein, gestand aber auch seinen Frust ein: "Wir können nicht so spielen wie Manchester City. Als Nationalmannschaft muss man sich an die Spieler anpassen, die man hat. Frustriert mich das manchmal? Ja, das ist so." Zudem mahnte De Bruyne, dass das Nationalteam schon seit einiger Zeit nicht mehr auf dem Niveau etwa von 2018 spiele. Damals hatte Belgien mit Platz drei bei der WM in Russland für den größten nationalen Fußballerfolg gesorgt. "Das bereitet mir Sorgen, weil ich weiß, dass das Team genug Potenzial hat. Ich hoffe, unser Niveau wird steigen", sagte De Bruyne.


11/25

Japan vs. Costa Rica
Japan: Den Sieg-Helden aus dem Spiel gegen Deutschland droht erneut die Bank. Freiburgs Ritsu Doan und Bochums Takuma Asano dürften auch gegen Costa Rica als Joker fungieren. Änderungen könnte es in der Innenverteidigung geben, wo Arsenals Takehiro Tomiyasu zurück in die Startelf drängt. Im Sturm könnte Kaoru Mitoma den enttäuschenden Daizen Maeda ersetzen. Mit einem Sieg wäre Japan dem Achtelfinale ganz nah. Costa Rica: Gibt Trainer Luis Suárez seinen 0:7-Verlierern die Chance zur Wiedergutmachung? Egal, wen der 62-Jährige aufstellt: Es wird sich zeigen, wie sich der gesamte Kader von dieser Demütigung gegen Spanien erholt hat. Gerade auf Routiniers wie Keeper Keylor Navas (35) wird es ankommen, die Mannschaft beisammen zuhalten, sonst ist Costa Rica noch vor dem letzten Gruppenspiel gegen Deutschland raus. Die voraussichtlichen Aufstellungen: Japan: 12 Gonda - 19 Sakai, 22 Yoshida, 16 Tomiyasu, 5 Nagatomo - 6 Endo, 17 Tanaka - 14 Ito, 15 Kamada, 11 Kubo - 9 Mitoma Costa Rica: 1 Navas - 16 Martinez, 2 Chacon, 6 Duarte, 8 Oviedo - 23 Tejeda, 5 Borges - 25 Hernandez, 10 Ruiz, 9 Bennette - 12 Campbell


11/25

Kroatien vs. Kanada
Alphonso Davies vergrub die Hände in seinen Taschen und stapfte wortlos an den Mikrofonen vorbei. Nach seinem verschossenen Elfmeter, dieser historischen Chance für Kanada, verließ der Star von Bayern München das Stadion in Ar-Rayyan lieber schweigend. Erst am Tag danach meldete er sich mit einem kurzen Statement bei Instagram. "Sehr enttäuschend" sei dieses 0:1 (0:1) gegen Belgien, schrieb Davies: "Aber wir haben noch zwei Spiele, danke für die Unterstützung." Rückendeckung hatte er zuvor auch von seinem Trainer erhalten. "Ich bin stolz auf Phonzy, er hat den Ball und die Last der gesamten Nation, der 36 Jahre auf seine Schulter genommen", sagte John Herdman und verteidigte den 22-Jährigen energisch: "Es war einfach nicht seine Nacht." Davies hatte in der zehnten Minute einen Handelfmeter gegen Thibaut Courtois und damit die Gelegenheit auf das erste Tor in der kanadischen WM-Geschichte vergeben. Die Fans, die die Nordamerikaner bei ihrem ersten WM-Spiel seit 1986 frenetisch unterstützten, verstummten für einen Moment. Ansonsten machte der Außenseiter auf den Rängen und auf dem Feld mächtig Alarm. Kanada verbuchte mit einer frechen und unbekümmerten Spielweise mehr als 20 Abschlüsse. Der Ex-Dortmunder Michy Batshuayi (44.) nutzte jedoch die einzig echte Chance für Belgien - Erfahrung schlug am Mittwochabend Unbekümmertheit. "Manchmal ist es der Unterschied, wenn man den Real-Madrid-Torhüter im Tor hat. Dazu diese so erfahrene Verteidigung, es ist nicht leicht, auf diesem Niveau Tore zu schießen", sagte Herdman. Kapitän Atiba Hutchinson ergänzte mit Blick auf den tief enttäuschten Davies: "Er wird das verkraften." Bei ihrer WM-Premiere waren die Ahornblätter 1986 in Mexiko ohne Tor und ohne Punkt in der Vorrunde gescheitert. Der Trainer ist optimistisch, dass in Katar endlich der Knoten platzt - schon gegen Vizeweltmeister Kroatien am Sonntag (17.00 Uhr MEZ) sollen die Tausenden kanadischen Fans in Doha endlich jubeln. Vielleicht ja wegen Davies. "Auch wenn er heute nicht getroffen hat, wird er noch viele Tore für uns machen", sagte Herdman überzeugt.


11/25

Kroatien vs. Kanada
Kroatien: Nach dem müden 0:0 gegen Marokko ist der Vize-Weltmeister gefordert. Bei einem weiteren Patzer droht das Vorrunden-Aus für Superstar Luka Modric und Co. Nationaltrainer Zlatko Dalic fordert einen mutigeren Auftritt im Vergleich zum Auftaktspiel, als die Kroaten kaum zu Torchancen kamen. Auch Hoffenheims Andrej Kramaric trat kaum in Erscheinung, dürfte gegen Kanada aber eine weitere Chance erhalten. Immerhin scheint die Abwehr um den starken Leipziger Josko Gvardiol schwer zu überwinden sein. Kanada: Die Ziele von Kanada haben sich nach dem leidenschaftlichen, aber am Ende ernüchternden 0:1 gegen Belgien nicht geändert. Das erste Tor der WM-Geschichte soll es weiterhin sein. Und Trainer John Herdman sieht die Auftaktniederlage nicht unbedingt als Nachteil. 2012 verlor er bei den Olympischen Spielen in London mit Kanadas Frauen ebenfalls das erste Spiel, am Ende gewann die Mannschaft Bronze. Mögliche Aufstellung: Kroatien: 1 Livakovic - 22 Juranovic, 6 Lovren, 20 Gvardiol, 19 Sosa - 10 Modric, 11 Brozovic, 8 Kovacic - 15 Pasalic, 9 Kramaric, 4 Perisic Kanada: 18 Borjan - 2 Johnston, 5 Vitoria, 4 Miller - 22 Laryea, 7 Eustaquio, 13 Hutchinson, 19 Davies - 11 Buchanan, 19 Hoilett - 20 David


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Spanien vs. Deutschland
Das Vorrunden-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Katar könnte schon am Sonntag besiegelt sein. Sollte das Team von Bundestrainer Hansi Flick gegen Spanien verlieren und Japan zuvor mindestens einen Punkt gegen Costa Rica holen, könnte der viermalige Weltmeister das Achtelfinale nicht mehr erreichen. "Die K.o.-Runde hat für uns schon früher begonnen", sagte Thomas Müller nach dem 1:2 gegen Japan zum Auftakt: "Wir brauchen zwei Siege, und zwei Siege kann man nicht einfach so bestellen." Dennoch verbreitete der Führungsspieler auch Zuversicht für das Duell mit dem ehemaligen Welt- und Europameister: "Wir werden uns wieder aufrappeln. Wir haben die Qualität, das Vertrauen und die Spielweise, um auch Spanien zu schlagen." Die Iberer waren mit einem 7:0-Kantersieg gegen Costa Rica furios ins Turnier gestartet. Nach zwei Spielen war die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erst einmal bei einer WM gescheitert: 1938. Nach einem 1:1 n.V. gegen die Schweiz gab es ein Entscheidungsspiel gegen die Eidgenossen um den Viertelfinaleinzug. Die Mannschaft von Trainer Sepp Herberger verlor 2:4. Vor vier Jahren in Russland gab es erstmals ein Vorrunden-Aus nach Niederlagen gegen Mexiko und Südkorea und nur einem Sieg gegen Schweden. "Am Ende kommt hoch, dass die Situation eine ähnliche ist, und die Situation fühlt sich nicht gut an", sagte Müller.


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Japan vs. Costa Rica
Für Costa Ricas Nationalspieler wird auch die Aufbereitung der 0:7-Demütigung in ihrem WM-Auftaktspiel gegen Spanien zur riesigen Herausforderung. Schon am Sonntag geht es für die Zentralamerikaner, die so sehr von einer Wiederholung des sensationellen Auftritts als Außenseiter 2014 bei der Fußball-WM in Brasilien geträumt haben, um alles oder nichts.Doha. Sie müssten wieder aufstehen, forderte Verteidiger Kendall Watson. "Wir dürfen nicht in Ohnmacht fallen und glauben, dass alles vorbei ist", betonte der 34-Jährige: "Es gibt noch zwei Spiele." Am Sonntag geht es gegen Japan, das sich mit dem 2:1 über Deutschland hinter Spanien in eine Top-Ausgangsposition gebracht hat. Beim Gruppenfinale ist die DFB-Elf der Gegner. Im schlimmsten Fall für beide Teams könnte es zu einer bedeutungslosen Partie am 1. Dezember werden. "Ich muss mit diesem Ergebnis arbeiten und mir sehr genau überlegen, was ich meinen Spielern sage, um ihre Stimmung wieder zu heben", hatte Costa Ricas Trainer Luis Fernandez Suárez nach der Klatsche am Mittwoch durch haushoch überlegene Spanier im Al-Thumama Stadion von Doha gesagt.


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Spanien vs. Deutschland
Eindrucksvoller kann ein WM-Vorrundenspiel kaum ausfallen. Beim 7:0-Auftaktsieg über Costa Rica glänzte Spanien am Mittwoch mit Spielfreude, Passkaskaden und Toren, mehrere bemerkenswerte Statistiken waren die Folge. Was der Kantersieg gegen die heillos überforderten "Ticos" wirklich wert ist, wird sich freilich erst am Sonntag gegen Deutschland zeigen. "Lob schwächt, das wissen wir. Aber wir werden nicht darauf hereinfallen", versprach denn auch Spaniens Coach Luis Enrique.Doha. Der einseitige Auftritt in Doha brachte den höchsten spanischen Sieg der WM-Geschichte und die deutlichste Niederlage Costa Ricas überhaupt. Nur sechsmal seit 1930 konnte eine Mannschaft einen noch klareren WM-Sieg feiern. Die Spanier beendeten die Partie mit 1.003 erfolgreich abgeschlossenen Pässen - gegenüber 170 von Costa Rica, das keinen einzigen Schuss aufs spanische Tor zuwege brachte. Gemäß der Statistiker von Opta war das zuletzt 1990 der Fall, als ebenfalls Costa Rica gegen Brasilen ohne Abschluss blieb. Die haushohe Dominanz drückte sich auch im Ballbesitz aus. Laut Opta war das Spielgerät während 81,8 Prozent der Zeit in den Reihen der "Furia Roja". Ein Rekord, seit diese Statistik (1966) geführt wird. Die spanischen Medien gerieten angesichts des Auftritts des einfachen Welt- und dreifachen Europameisters mit seinen herausragenden Barcelona-Jungstars Gavi, gerade 18, und Pedri, der am Freitag 20 wird, ins Schwärmen. Gavi machte sich mit 18 Jahren und 110 Tagen zum jüngsten WM-Torschützen seit Pele 1958 (17 Jahre und 249 Tage). "Historische Vorstellung" titelte "Marca". "Spanische Sinfonie", lautete der Kommentar bei "Mundo Deportivo". Das Portal twitterte schon unmittelbar nach dem Schlusspfiff: "In Deutschland rufen sie Hilfe." Die Presse berichtete auch vom Besuch des spanischen Königs in der Kabine. "Noch nie habe ich so ein Spiel erlebt, mit so einem Ergebnis. Das Ergebnis ist wichtig, aber die Seleccion so spielen zu sehen, war ein wahrer Genuss", sagte Felipe VI. demnach. "Wir dürfen nicht vergessen, dass wir im nächsten Spiel gegen Deutschland antreten, und Deutschland muss gewinnen", mahnte Enrique dazu, kühlen Kopf zu bewahren "Ich weiß nicht, ob wir WM-Favorit sind, aber wir haben sicherlich gute Chancen. Wir haben große Lust, etwas Großes zu schaffen", erklärte Doppel-Torschütze Ferran Torres. Auch er hatte großen Anteil daran, dass Spanien als erst sechste Nation nach Brasilien, Deutschland, Argentinien, Italien und Frankreich die Marke von 100 WM-Toren überbot und nun bei 105 Treffern hält. Für Costa Rica um Tormann-Routinier Keylor Navas ist der Traum von der Wiederholung des sensationellen Viertelfinal-Auftritts als Außenseiter 2014 bei der WM in Brasilien wohl ausgeträumt. Auch wenn Verteidiger Kendall Waston Durchhalteparolen ausgab: "Wir dürfen nicht in Ohnmacht fallen und glauben, dass alles vorbei ist. Es gibt noch zwei Spiele." Coach Luis Suarez steht vor den weiteren Partien gegen den sensationellen Deutschland-Bezwinger Japan und der DFB-Auswahl aber vor einer Herkulesaufgabe: "Ich mache mir wirklich Sorgen, dass mein Team dieses schreckliche Resultat nicht verarbeiten kann."


11/25

Spanien vs. Deutschland
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft kann im zweiten WM-Gruppenspiel gegen Spanien am Sonntag wieder auf den Einsatz von Leroy Sané hoffen. "Leroy ist auf dem Platz und trainiert für sich. Das ist positiv", berichtete Bundestrainer Hansi Flick am Donnerstag.Al-Shamal. Der 26 Jahre alte Offensivspieler vom deutschen Rekordmeister FC Bayern München hatte bei der 1:2-Auftaktpleite der DFB-Auswahl gegen Japan wegen Knieproblemen gefehlt. Flick hatte dies im Vorfeld bedauert, weil Sané "ein Unterschiedsspieler ist und ein Spiel alleine drehen kann mit seinen Qualitäten". Im Duell mit den Spaniern, die ihr erstes Gruppenspiel gegen Costa Rica mit 7:0 gewannen, steht die deutsche Mannschaft unter Erfolgsdruck. Eine weitere Niederlage würde das vorzeitige WM-Aus bedeuten, wenn zuvor Japan gegen Costa Rica nicht verliert.


11/25

Spanien vs. Deutschland
Ausgerechnet gegen die berauschten Spanier steht Vierfachweltmeister Deutschland bei der Fußball-WM in Katar schwer unter Druck - die Lage hat sich schon nach dem völlig verkorksten Auftakt-1:2 gegen Japan am Mittwoch zugespitzt. "Wir haben keinen Schuss mehr frei, der Fehlschuss, den hatten wir gestern, so müssen wir das Ganze angehen", erklärte Teamchef Hansi Flick am Donnerstag. Nicht alles sei schlecht gewesen, gab Flick zu bedenken: "Wir haben einiges zu tun."Doha. Schon am Sonntag könnte bei einer weiteren Niederlage gegen Angstgegner Spanien das nächste Vorrunden-Aus vier Jahre nach dem historischen WM-Desaster in Russland besiegelt sein. Und zwar dann, wenn die Japaner einige Stunden zuvor auch gegen Costa Rica punkten. "Wir haben jetzt Druck auf dem Kessel", sagte Offensivakteur Kai Havertz. Kapitän Manuel Neuer bewertete den WM-Einstieg als "Vollkatastrophe". Wie schwer es gegen Spanien wird, zeigt nicht nur deren offensichtlich starke Form, die am Mittwoch in einer 7:0-Abfuhr für Costa Rica gipfelte. Die Iberer sind auch die einzige große Nation, gegen die Deutschland in diesem Jahrtausend kein Pflichtspiel gewinnen konnte. Der bisher letzte Sieg liegt mehr als 34 Jahre zurück. Alle Augen richten sich jetzt auf Flick. Er muss zeigen, dass er ein starker und erfolgreicher Krisenmanager sein kann. Der 57-Jährige ist mit seinem Team im Grunde zum Siegen verdammt, erst gegen Spanien und anschließend gegen Costa Rica. Nach seinem Startrekord mit acht Siegen en suite ist der Ergebnis-Trend bei Flick gekippt. Von den vergangenen neun Länderspielen konnten nur noch zwei gewonnen werden. Dazu gab es fünf Unentschieden und zwei Niederlagen, die jüngste nun gegen Japan. "Deutsches Harakiri. Flicks Team war nicht in der Lage, ein Spiel einzusacken, das es unter Kontrolle hatte", brachte es die spanische Sportzeitung "As" auf den Punkt. Angesichts des Chancenwuchers sowie des krassen Leistungsabfalls und Defensivversagens in den letzten 20 Minuten, in denen Ritsu Doan (75.) und Takumo Asano (83.) der DFB-Auswahl "einschenkten", stellte Flick die Charakterfrage. "Es ist so, dass ich ganz großen Wert darauf lege, dass die Mannschaft die richtigen Schlüsse zieht und die Verantwortung übernimmt", sagte er. Aber auch Flick wird sich in der Aufarbeitung der absolut vermeidbaren Niederlage mit seinem Trainerteam hinterfragen müssen. Einige Personalentscheidungen und auch Wechsel waren durchaus fragwürdig, besonders die Auswechslung von Elfmeter-Torschütze und Stabilisator Ilkay Gündogan. Besitzt die Mannschaft nun die notwendige Geschlossenheit und Stressresistenz, um unter größtmöglichem Druck gegen die berauschten Spanier eine Top-Performance zu liefern? Neuer ließ im spontanen Frust Zweifel erkennen: "Irgendwie hat man schon gemerkt, der eine oder andere Spieler fängt an zu wackeln", sagte er nach dem späten Untergang. Man habe sich "nicht mehr so gezeigt auf dem Platz", rügte der Torwart. Dass es schon gegen Japan "ins Bröckeln gerät, ist dramatisch". Nach dem Spiel hatte es in Deutschland Diskussionen darüber gegeben, ob Neuer das entscheidende zweite Gegentor hätte verhindern können. Beim Schuss von Asano aus spitzem Winkel hatte der Keeper die kurze Ecke nicht zugemacht. Flick sprach Neuer von einer Mitschuld frei. "Die Gegentore müssen wir anders verhindern", sagte der Bundestrainer. Spekulationen über mögliche Schulterprobleme Neuers, der nach einer Prellung des Schultereckgelenks Anfang Oktober sieben Bayern-Pflichtspiele verpasst hatte, wies Flick zurück. "Mir ist nicht bekannt, dass er Probleme hat. Ich habe ihn öfter darauf angesprochen. Er ist topfit, was das betrifft." Die Kritik von Torschütze Gündogan, der im ARD-Interview u.a. moniert hatte, "dass nicht jeder den Ball unbedingt haben wollte", fand Flick "okay". "Er hat das so auf den Punkt gebracht. Es ist wichtig, dass man dann im Spiel, wenn man unter Druck ist, den Mut hat, sich anzubieten." Indes hängt der japanische Himmel voller Geigen. Als Trainer Hajime Moriyasu zur Pressekonferenz erschien, klatschten die anwesenden Journalisten. Moriyasu, der offen das erstmalige Erreichen des WM-Viertelfinals ausgerufen hatte, schwärmte von seinem Team um die in der deutschen Bundesliga engagierten Profis Doan, Daichi Kamada und Kapitän Maya Yoshida. "Ich glaube, es war ein historischer Moment, ein historischer Sieg", sagte der Chefcoach. Gegen Costa Rica am Sonntag hat Japan nun quasi Matchball auf das Achtelfinale. "Wir wollten weiterkommen, das war unser erster Schritt, deshalb sind wir sehr froh", sagte Shuichi Gonda. Der Torhüter patzte erst mit einem Foul an David Raum, das ein Elfmeter-Tor von Ilkay Gündogan zur Folge hatte, wurde dann aber immer stärker und schließlich zum Spielers des Spiels. "Wir wollen ins Viertelfinale kommen", bekräftigte Gonda, der 2016 beim SV Horn engagiert war.


11/25

Spanien vs. Deutschland
Nach der Auftaktniederlage bei der WM gegen Japan haben die Fußball-Nationalspieler in ihrem Teamhotel Familienbesuch bekommen. Wie der DFB am Donnerstag bestätigte, durften die in Katar anwesenden Frauen, Freundinnen und Kinder der DFB-Profis die Nacht nach dem 1:2 im Zulal Wellness Resort verbringen. Zuvor hatte die "Bild" darüber berichtet.Al-Ruwais. Bundestrainer Hansi Flick hat einige solcher Treffen für die Turnierzeit gestattet. Die Angehörigen der Nationalspieler wohnen in Katar in einem separaten Hotel unweit der luxuriösen Unterkunft der DFB-Auswahl ganz im Norden des WM-Gastgeberlandes direkt an der Küste des Persischen Golfs. Am Donnerstagmorgen mussten die Nationalspieler von ihren Liebsten wieder Abschied nehmen. Flick setzte zur Aufarbeitung der unerwarteten Auftaktpleite das Training der Ersatzspieler im Stadion des Al-Shamal SC an. Die Stammkräfte um Kapitän Manuel Neuer und Torschütze Ilkay Gündogan absolvierten Regenerationsübungen im Teamhotel. Am Sonntag steht für die DFB-Auswahl die zweite Gruppenpartie gegen Spanien an. Bei einer Niederlage könnte das Turnieraus bereits besiegelt sein.


11/25

Spanien vs. Deutschland
Der besorgte Präsident Bernd Neuendorf suchte nach einer kurzen Nacht das Gespräch mit der Mannschaft, doch jetzt muss vor allem Krisenmanager Hansi Flick die richtigen Worte finden. Während die selbsternannten Titeljäger um Kapitän Manuel Neuer ihren schmerzhaften Katar-Kater nach dem krachenden WM-Fehlstart im Kreise ihrer Familien bekämpften, versuchte der Bundestrainer die aufkommenden Dämonen von 2018 zu vertreiben - denn schon am Sonntag droht gegen das furios ins Turnier gestartete Spanien das zweite Vorrunden-Aus in Folge. "Wir haben keinen Schuss mehr frei. Wir müssen die Mannschaft so hinkriegen, dass sie den Glauben hat, das Ding in die richtige Richtung zu schieben", sagte der sichtlich angespannte Flick bei einer außerplanmäßigen Videoschalte nach dem 1:2-Schock gegen Japan beschwörend. Alle Augen sind auf den am Donnerstag müde und etwas dünnhäutig wirkenden Nachfolger von Joachim Löw gerichtet. Abwehrchaos, Sturmprobleme, Wechselärger - Flick muss bis zum Alles-oder-Nichts-Spiel am Sonntag (20.00 Uhr MEZ) viele Baustellen schließen. Die eindringliche Forderung an seine Stars: "Wir müssen Charakter zeigen!" Im Grunde ist die "brutal enttäuschte" DFB-Auswahl gegen den Weltmeister von 2010 zum Siegen verdammt. Bei einer weiteren Niederlage wäre der viermalige Champion wie in Russland ausgeschieden, wenn Japan zuvor gegen Costa Rica punktet. "Wir brauchen zwei Siege, aber zwei Siege kann man nicht einfach so bestellen", sagte Thomas Müller und stellte mit Blick auf die Ausgangslage nach dem spanischen 7:0-Triumph gegen Costa Rica fest: "Die K.o.-Runde hat für uns schon früher begonnen." Im luxuriösen Zulal Wellness Resort herrscht Alarmstimmung. Verbandsboss Neuendorf stellte bei seinem Besuch "eine gewisse Anspannung" fest: "Es ist wie ein kleiner Kater. Jetzt ist der Druck extrem hoch." Gleich zwei böse Erinnerungen werden wach. Das historische Debakel 2018 begann mit einer Auftaktpleite gegen Mexiko, gegen Spanien setzte es zuletzt ein blamables 0:6. "Am Ende kommt hoch, dass die Situation eine ähnliche ist und die Situation fühlt sich nicht gut an", sagte Müller nachdenklich in Bezug auf das erste deutsche Aus in einer WM-Gruppenphase. Joshua Kimmich sieht diese Parallele nicht. "Diesmal", betonte der Mittelfeld-Chef, "sind wir eine Mannschaft." Allerdings eine mit großen Problemen. Trotz bester Möglichkeiten traf nur Ilkay Gündogan (33., Foulelfmeter). "Wir hätten den Gegner killen müssen", klagte Kimmich. Doch Kai Havertz war im Sturm kein Faktor, Pech bei Aluminiumtreffern (Gündogan und Serge Gnabry) sowie Unkonzentriertheiten bei den Abschlüssen (Jamal Musiala und Jonas Hofmann) gesellten sich hinzu. "Wir müssen an den Schrauben drehen und versuchen, die Dinge besser zu machen", sagte Flick. Das gilt erst recht für die Wackel-Abwehr. Niklas Süle patzte als rechter Verteidiger beim Ausgleich und hob beim 1:2 das Abseits auf. "Deutsches Harakiri", lautete das vernichtende Urteil der internationalen Presse. Er wisse nicht, "ob jemals bei einer Weltmeisterschaft ein einfacheres Tor erzielt wurde", stellte Gündogan vorwurfsvoll fest. Innenverteidiger Nico Schlotterbeck leistete sich viele Unsicherheiten und kam beim entscheidenden Gegentreffer nicht mehr in den Zweikampf. "Ich muss als Abwehrspieler mit jeder Gier das Tor verteidigen", bemängelte Flick nach einer intensiven Analyse mit seinem Stab: "Wenn man führt, muss man das nach Hause spielen." Daher schloss der Bundestrainer eine Rückversetzung von Kimmich in die Viererkette nicht mehr kategorisch aus, ein Systemwechsel zu einer Dreierkette ist aber kein Thema: "So weit sind wir noch nicht." Auch Flick bekam von ehemaligen Nationalspielern aufgrund der Auswechslungen von Gündogan und Müller sein Fett weg. "Das Herz einer jeden Mannschaft ist ein kompaktes Mittelfeld. Dafür standen über eine Stunde lang Gündogan und Kimmich. Wir haben diesem Herz die Sauerstoffzufuhr verweigert", schrieb Andreas Möller in seiner kicker-Kolumne. Den Vorwurf Gündogans, nicht jeder Spieler habe sich gezeigt, konnte Flick nachvollziehen. Jeder Einzelne müsse sein Spiel besser gestalten und mehr teilnehmen, forderte Flick, der gegen Spanien auf einen Einsatz von Leroy Sane (Knieprobleme) hofft. Flick muss die richtige Personalauswahl treffen. Wer hält dem immensen Druck stand? Wer kann mit dieser außergewöhnlichen Situation nach der "Vollkatastrophe" (Manuel Neuer) umgehen? "Wir werden uns wieder aufrappeln", versprach Müller, "wir haben eine gute Truppe", ergänzte Flick. Davon war bei Großveranstaltungen zuletzt nichts zu sehen. Deutschland eine Turniermannschaft? Von den jüngsten neun Spielen bei Europa- und Weltmeisterschaften wurden nur zwei gewonnen, aber sechs verloren. Immer gab es mindestens ein Gegentor. Für Flick Vergangenheit. "Es ist wichtig, den Kopf frei zu kriegen und auf die neue Aufgabe fokussiert zu sein", forderte der 57-Jährige, nachdem die Spielerfrauen das Quartier wieder verlassen hatten. Gegen Spanien zählt es. "Für uns", betonte Havertz, "ist das ein Finale."